Wie sozial- und umweltverträglich sind die Solarpanels von Solarify?

Wie sozial- und umweltverträglich sind die Solarpanels von Solarify?

Die Produktion von Solarpanels und die dafür notwendige Rohstoffgewinnung stehen regelmässig in der Kritik. Die Produktionsbedingungen in der von China dominierten Solarindustrie sind zum Teil sowohl in sozialer als auch in ökologischer Hinsicht höchst bedenklich. Wie steht es um die Panels von Solarify-Solaranlagen? In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, warum Solarify auf die Solarmodule von Megasol setzt, woher die Rohstoffe stammen und wo sie produziert werden.

Solarify verbaut ausschliesslich Solarpanels vom Schweizer KMU Megasol und setzt damit auf einen Hersteller, welcher grossen Wert auf eine umweltverträgliche und soziale Lieferkette legt. Megasol entwickelt seine Solartechnologie im solothurnischen Deitingen. Der Bezug von Rohstoffen und ein Grossteil der Fertigung geschehen auch bei Megasol in China.  

Weder Zwangsarbeit noch billige Kohlekraft

Der wichtigste Rohstoff zur Herstellung von Solarzellen ist Silizium. Megasol bezieht das Rohsilizium für seine Solarpanels aus der chinesischen Provinz Hubei. Auch die Weiterverarbeitung des Siliziums zu Blöcken aus geschmolzenem Silizium, sogenannten Ingots, und das Schneiden in Wafer-Scheiben, die später das zentrale Element einer Solarzelle bilden, erfolgt in Hubei. 

So hebt sich Megasol von vielen grossen Herstellern ab, die Silizium aus Xinjiang verwenden und dort auch ihre Module produzieren. In dieser Provinz gibt es deutliche Hinweise für Zwangsarbeit und weitere Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der ethnischen Minderheit der Uiguren.* Trotz der massiven Vorwürfe ist Xinjiang für viele Unternehmen attraktiv, auch weil in der Region viel billige Kohlekraft produziert wird und die Umweltschutzauflagen vergleichsweise tief sind.*

Diese Konkurrenz zu Dumping-Preisen spürt auch Megasol. CEO Markus Gisler verurteilt die in Xinjiang verbreiteten Produktionsbedingungen aufs Schärfste. Sein Unternehmen hat sich mit Hubei bewusst für eine Region entschieden, die von diesen Vorwürfen nicht betroffen ist. Seine Zulieferer verpflichten sich, für die Verarbeitung des Siliziums zudem nur auf erneuerbare Energien, d.h. Wasserkraft, Wind- und Solarenergie, zu setzen. Mindestens einmal pro Monat besuchen Mitarbeitende von Megasol in China ihre Zulieferer, um sich ein eigenes Bild vor Ort zu machen.

Produktionsstandort Megasol Deitingen
Megasol Produktionsstandort Deitingen (SO)

Stärkung des Produktionsstandortes Europa 

Die Weiterverarbeitung zu Solarmodulen erfolgt in den Megasol-eigenen Werken in Ningbo in der chinesischen Provinz Zhejiang und im solothurnischen Deitingen. In China werden die Aufdach-Standardmodule produziert. In der Schweiz stellt Megasol seine Glas-Glas Solarmodule für Indachsysteme sowie Sondermodule in beliebiger Grösse, Form und Farbgebung her. Markus Gisler bekräftigt: “An beiden Standorten legen wir grossen Wert auf ein gutes Arbeitsklima und die individuelle Förderung der Mitarbeitenden. In China bezahlen wir zudem rund 20 Prozent höhere Löhne als ortsüblich.” Durch die Partnerschaft mit Megasol will auch Solarify ein klares Zeichen für faire Produktionsbedingungen in der Solarindustrie setzen. 

Obwohl Megasol einer der ersten ausländischen Modulhersteller in China war, blickt das Unternehmen mit wachsender Sorge auf die politischen Entwicklungen. Sein Unternehmen expandiere in China daher nur in kleinen Schritten und baue die Kapazitäten vor allem in der Schweiz weiter aus, erklärt Gisler. Er hofft auf eine weitere Stärkung des europäischen und schweizerischen Produktionsstandortes durch eine grössere Nachfrage nach lokalen Produkten: “Mittelfristig könnte es vielleicht sogar wieder möglich werden, die ganze Wertschöpfungskette in Europa aufzubauen.”

* Quelle: https://www.srf.ch/news/international/menschenrechte-in-xinjiang-zwangsarbeitsvorwuerfe-ueberschatten-chinas-solarbranche

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