5 Jahre Solarify-Solarstrom auf der Schreinerei Dürig & Völkel: Eine Zwischenbilanz

5 Jahre Solarify-Solarstrom auf der Schreinerei Dürig & Völkel: Eine Zwischenbilanz

Bereits 5 Jahre sind vergangen, seit die erste Solaranlage von Solarify ans Netz ging – auf dem Dach der Schreinerei Dürig & Völkel in Bern. Zu diesem Jubiläum blicken wir auf die ersten Betriebsjahre zurück und ziehen Bilanz: Wie hat sich Solarify in dieser Zeit entwickelt? Was lernen wir aus den Zahlen unseres ersten Projekts? Und wie gut hat sich unser Modell bisher bewährt? 

August 2016: Auf der Schreinerei Dürig & Völkel in Bern nimmt Solarify noch im Gründungsjahr die erste Solaranlage in Betrieb. 26 Personen haben einzelne der total 113 Solarpanels auf dem Dach der Schreinerei gekauft oder verschenkt. Sie sind die ersten von inzwischen über 700 Solarify-PanelkäuferInnen. Seit 2016 haben sie bereits über zwanzig Mal ihre anteilsmässigen Stromerträge ausbezahlt erhalten.

Schreinerei Dürig & Völkel Bern
Solaranlage auf der Schreinerei Dürig & Völkel in Bern

Von den ersten kWp zum ersten Solarify-Megawatt

Mit 27 kWp installierter Leistung (dies entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 8 Haushalten) gehört die Solaranlage auf der Schreinerei Dürig & Völkel heute zu den kleineren Projekten in unserem Portfolio. Die bislang grösste Anlage, mit 151 kWp, betreibt Solarify auf der Wankdorfsporthalle in Bern. Verteilt auf aktuell 27 Anlagen hat Solarify seit Kurzem 1 Megawatt Solarleistungam Netz. Gemeinsam produzieren die Anlagen jedes Jahr umgerechnet Solarstrom für an die 250 Schweizer Haushalte. Mit dieser Produktion konnten wir in den letzten 5 Jahren insgesamt bereits über 500 Tonnen CO2 einsparen. Und mit der aktuellen Projektpipeline nähert sich Solarify schon bald dem nächsten Megawatt installierter Leistung.

Realitätscheck: Mehr Stromproduktion und Erträge als erwartet

Eine Herausforderung bei allen Solarify-Projekten ist der lange Zeitraum der Investitionen. Die effektiven Erträge hängen von diversen Faktoren wie insbesondere der effektiven Produktion, dem Eigenverbrauch und den Strompreisen ab. Diese Faktoren unterliegen unterschiedlich grossen Schwankungen und sind zum Zeitpunkt des Projektstarts unterschiedlich gut vorhersehbar. So kann beispielsweise die effektive Produktion je nach Wetter von Jahr zu Jahr variieren oder der Eigenverbrauch durch die DacheigentümerInnen wegen Verbrauchsänderungen zu- oder abnehmen. Bei der Projektplanung schätzen und modellieren wir diese Faktoren basierend auf den historischen Verbrauchsdaten, Nutzungsangaben der Eigentümern und lokalen Stromtarifen der Stromversorger  und basierend auf Annahmen, die wir für alle PanelkäuferInnen transparent darlegen.

Stimmen unsere ursprünglichen Annahmen für das Projekt Dürig & Völkel? Die letzten 5 Jahre zeigen, dass die Stromproduktion im Schnitt 20% höher lag als erwartet und einen Grossteil der Mehrproduktion auch direkt in der Schreinerei verbraucht werden konnte. Somit konnten wir auch mehr Ertrag an die PanelbesitzerInnen auszahlen, obwohl der Strompreis im Schnitt etwas tiefer als erwartet war.

Erwartung Realität Abweichung
Stromproduktion (total) 145 330 kWh 174 181 kWh +20%
Eigenverbrauchsmenge (total) 92 693 kWh 106 524 kWh +15%
Eigenverbrauchsanteil (⌀) 64% 61% -3%
Strompreis Eigenverbrauch (⌀) 25.6 Rp./ kWh 23.3 Rp./ kWh -9%
Strompreis Einspeisung (⌀) 10 Rp./ kWh 9.3 Rp./ kWh -7%
Ertrag PanelbesitzerIn (total) 41 806 CHF 42 316 CHF +1.2%
CO2 Reduktion (total) 58 Tonnen 70 Tonnen +20%
IRR bei Verkauf heute 2.15% 2.4% +0.25%

Stromproduktion und Eigenverbrauch
Gerade bei den ersten Projekten haben wir Produktion und Verbrauch konservativ geschätzt. Dass die effektiven Werte nun über unseren Erwartungen lagen, bestätigt dies. Bei allen laufenden Projekten verfolgen wir Produktion und Verbrauch sehr genau mit und nutzen diese Erfahrungswerte für das Finetuning unserer Schätzungen. Im Schnitt stimmen die Erwartungswerte trotz verschiedener Unsicherheiten relativ gut mit den realen Werten überein.

Verbrauchs- und Einspeisetarife
Für die Modellierung der Verbrauchs- und Einspeisetarife beziehen wir uns auf langfristige Trends in der schweizerischen Strompreisentwicklung, so wie sie gemäss heutigem Wissensstand wahrscheinlich sind. Im Schnitt gehen wir von leicht steigenden Verbrauchstarifen aus. Dies primär wegen der voraussichtlich steigenden Stromnachfrage (Atomaustieg, Umstieg auf Elektromobilität, Zunahme strombetriebener Wärmepumpen, Cloud Computing, Krypto-Währungen, 5G Netze etc.) und voraussichtlich steigender Netzkosten (höhere Anforderungen an die Netzstabilität, u.a. aufgrund volatiler Produktionsmuster erneuerbarer Energien und Ausbau von Speicherkapazitäten). Bei der Einspeisung rechnen wir konservativ mit konstant bleibenden Tarifen, da diese unilateral von den jeweiligen Elektrizitätswerken definiert werden können. 
Trotz sichtbarer Langzeittrends unterliegen die effektiven Verbrauchs- und Einspeisetarife kurzfristig relativ grosser Volatilität. Zudem spiegeln sich Marktpreisentwicklungen im nach wie vor nur teilliberalisierten Schweizer Strommarkt meist erst mit Verzögerung in den Tarifen für die meisten Endkunden. Obwohl die effektiven Preise bei diesem Projekt in den letzten fünf Jahren im Schnitt tiefer waren, decken sich die aktuellen Entwicklungen mit unseren Erwartungen. Der Marktpreis für Strom ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Für das kommende Jahr steigen die Strompreise in der Grundversorgung für Haushalte im Schnitt leicht an. Viele Elektrizitätswerke haben zudem die Einspeisetarife jüngst erhöht (z.B. BKW) und teilweise bereits eine weitere Erhöhung der Einspeisetarife für 2022 angekündigt.

Ertrag und Rendite
Trotz der leicht tieferen Strompreise lagen die Auszahlbeträge an die PanelbesitzerInnen dank der Mehrproduktion und des höheren Eigenverbrauchs im Schnitt über den Erwartungen. Unterschiedliche Schwankungen in den einzelnen Faktoren, welche die effektiven Erträge bestimmen, können sich demzufolge relativ gut ausgleichen – insbesondere über längere Zeitperioden hinweg.

Das Solarify-Modell bewährt sich

Wir sind  nach fünf Jahren zufrieden: Unsere KleininvestorInnen erwirtschafteten mit Ihren Panels auf der Schreinerei Dürig & Völkel in Bern bislang mehr Erträge als erwartet und auch die Schreinerei selbst konnte mehr günstigen Solarstrom vom eigenen Dach verbrauchen als erwartet. Wir fühlen uns deshalb bestätigt: Das Solarify-Modell funktioniert! Trotzdem lehnen wir uns nicht zurück, sondern beziehen ständig neue Erkenntnisse  in unsere Modellierungen mit ein. Denn das Ziel ist klar: Auch zum 10-jährigen Jubiläum wollen wir ein positives Fazit ziehen können.

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