Negativpreise beim Solarstrom? Wie Solarify schon heute Anlagen smart steuert und unterschiedlichste Erträge aus der Stromvermarktung sichert
Wie geht Solarify ab 2027 eigentlich mit Negativpreisen bei der Einspeisung an Sommermittagen um? Diese Frage hören wir immer öfter von unseren Dachpartnern und Crowd-Investor:innen. Die Antwort? Wir warten nicht bis 2027. Wir haben seit zwei Jahren viel investiert und setzen die Lösungen bereits heute in der Praxis um! Mit smarter Steuerung und flexibler Stromvermarktung machen wir die Solaranlagen für unsere Crowd-Investor:innen fit für schwankende Marktpreise.
Die Preise bei der Einspeisung sind schon heute unterschiedlich hoch je nach Saison (Quartal). Im BKW-Gebiet ist das bereits seit mehreren Jahren so, schwankende Einspeisevergütungen sind also nichts Neues für Solarify. Ab dem 1. Januar 2027 richtet sich die Einspeisevergütung direkt nach dem stündlichen Spotmarktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung.
Smart kombiniert: So steigern wir die Erträge
Statt Überschussstrom zur Mittagszeit unkontrolliert ins Netz einzuspeisen, setzen wir auf ein reibungsloses Zusammenspiel von Produktion, optimiertem Eigenverbrauch und Zwischenspeicherung.
Ein Sommertag im August 2026 im Praxistest: Die dynamische Vermarktung ist im BKW-Netzgebiet bereits heute möglich. So kann Solarify dieses Tarifmodell testen und die Steuerung bereits optimieren. Wie diese flexible Steuerung und Vermarktung entlang der stündlichen Marktpreise funktioniert, können wir deshalb schon heute zeigen:
🟪 Ab 07:00 Uhr: Die Batterie gibt Strom ab, die Einspeisung ins Netz beginnt. Der Tarif ist hoch. So wird der Speicher morgens vollständig leer, damit er bei Sonnenschein den nächsten Ladezyklus ausführen kann.
🟧🟩 Ab 08:30 Uhr: Die Solarproduktion steigt – Eigenverbrauch und Einspeisung ziehen mit.
🟨🟩 Ab 12:30 Uhr: Der Einspeisetarif erreicht seinen Tiefpunkt. Genau jetzt lädt die Batterie, während der Eigenverbrauch im Gebäude weiterläuft.
🟧🟩 Ab 15:30 Uhr: Der Tarif steigt wieder. Die laufende Stromproduktion wird gezielt eingespeist.
🟪 Ab 20:00 Uhr: Der Einspeisetarif ist am höchsten. Die Batterie entlädt sich ein zweites Mal ins Netz. Es wird nur so viel entladen, dass noch genügend Ladung besteht, um den Gebäudeverbrauch die ganze Nacht zu decken.
Fazit
Der Praxistest zeigt: Wir setzen die flexible Stromvermarktung bereits heute in der Praxis um und steuern die ersten Solaranlagen direkt entlang der stündlichen Marktpreise. Die Erträge von den Solaranlagen hängen in Zukunft nicht mehr von der absoluten Stromproduktion ab, sondern von der intelligenten Steuerung und den verschiedenen Ertragsquellen der Stromvermarktung. So kann sogar eine Drosselung über Mittag wirtschaftlich sinnvoller sein als eine maximale Produktion. Ob Neubau oder bestehende Anlage: Wir sorgen dafür, dass alle Anlagen für unsere Crowd-Investor:innen auch in Zukunft wirtschaftlich rentabel und netzdienlich betrieben werden. So erzielen wir gemeinsam Impact für die Energiewende und sorgen für eine sichere Stromversorgung in der Schweiz.
Gut zu wissen: Und was passiert mit unseren älteren Solaranlagen?
Auch für bestehende Solaranlagen ohne Batteriespeicher im Portfolio von Solarify haben wir klare Strategien entwickelt, um unterschiedlichste Erträge mit der Stromvermarktung zu erzielen:
- Neue Ertragsquelle Regelenergie: Auch ohne Batterie lassen sich Solaranlagen zur Netzstabilisierung poolen. Wir haben bereits über ein Drittel aller unserer Solaranlagen für Regelenergie von Swissgrid aufgerüstet! Weitere Anlagen werden folgen.
- Optimierter Eigenverbrauch: Durch intelligente Steuerung des Stromverbrauchs steigern wir den Eigenverbrauch vor Ort – ganz ohne hohe Zusatzkosten für Batterien.
- Gesetzlicher Investitionsschutz vom Bund ab 2027: Für die kleineren Anlagen (bis 150 kW Leistung) in unserem Portfolio kommt ab 2027 eine gesetzlich festgelegte Mindestvergütung zum Tragen. Sie wirkt wie eine Preisuntergrenze. Liegt der vierteljährliche Referenzmarktpreis unter der gesetzlich festgelegten Minimalvergütung, wird eine Minimalvergütungsprämie pro eingespeister Kilowattstunde rückwirkend ausbezahlt, unabhängig vom effektiven stündlichen Marktpreis. Das ist ein Schutz insbesondere für ältere, kleinere Anlagen.
Über 70 % der Anlagen im Portfolio von Solarify liegen aktuell unter dieser Leistungsgrenze von 150 kW.
- Lokaler Stromverkauf via vZEV & LEG: Wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, gründen wir virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (vZEV) oder nutzen Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), um Strom direkt an grössere Stromabnehmer in der Nachbarschaft zu verkaufen.
- Vorausschauendes Nachrüsten von Speichern: Weil sich die Batterietechnologie rasant weiterentwickelt und das Preis-Leistungs-Verhältnis verbessert, werden wir mittelfristig Schritt für Schritt bestehende Anlagen überall dort gezielt mit Batterien nachrüsten, wo es möglich und ökonomisch sinnvoll ist.

